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Besonders in den vergangenen Sommermonaten war es kaum möglich durch die Straßen einer beliebigen deutschen Großstadt zu laufen, ohne das einem die bunten Jogginghosen, Crewnecks oder Tanktops mit dezentem 6 PM-Stitching aufegfallen wären. Anhand dessen, dass die Pieces von der jungen Generation deutscher Streetwear-Enthusiasten bis hin zu nationalen und internationalen Musikern und Prominenten getragen werden, zeigt den Einfluss einer der spanndendsten und aufstrebendsten deutschen Streetwear-Marken, die es derzeit gibt — 6 PM.

Gründer Achraf Ait Bouzalim, der 6 PM 2016 ins Leben gerufen hat, ist zu einer Art Identifikationsfigur für seine Fans geworden und hat sich eine Community um seine Person und die Marke aufgebaut. Viele Kids in Deutschland wollen sein wie Achraf, wollen sich kleiden wie er. Dies zeigte sich nicht nur während der 6 PM Pop-up-Tour, wo man man Achraf inmitten riesiger Scharen von Fans sehen konnte. Auch auf anderen Events wird er gefeiert wie wie ein Popstar. Die positive Resonanz, die 6 PM erfährt, zeigt dass die Brand sich den Status als eine der kulturell einflussreichsten Marken in der deutschen Streetwear-Landschaft erarbeitet hat.

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Die Geschichte von Achraf und 6 PM ist ein weiteres exzellentes Beispiel für die Entwicklung, die wir in den letzten Jahren in der Modeindustrie beobachten konnten und die man als "Demokratisierung der Mode" bezeichnen kann. Als Virgil Abloh als Außenseiter die Modeindustrie auf den Kopf stellte, inspirierte er eine ganz neue Generation junger Kreativer. Indem er mit der veralteten und konservativen Auslegung des Begriffs Creative Director brach machte er klar: Man muss nicht an einer der renommierten Modeschulen ausgebildet worden sein, um ein erfolgreiches Label zu gründen.

Entstanden aus dem fehlenden Zugang zur Haute Couture, stand bei Streetwear schon immer der Gedanke im Mittelpunkt, dass Kleidung für alle erschwinglich sein muss. Dieser demokratische Ansatz macht es nicht verwunderlich, dass Streetwear im letzten Jahrzehnt zu einem der wichtigsten Modetrends auf der ganzen Welt wurde. Mit den Prinzipien im Hinterkopf möchte Achraf, dass jeder Teil der 6 PM-Gemeinschaft sein kann, unabhängig von Einkommen und sozialem Status.

So schickt er Rabattcodes oder sogar kostenlose Pieces an diejenigen, die sich seine Mode eventuell nicht leisten könnten, genießt aber auch die Unterstützung einiger der prominentesten und wohlhabensten Stars der Musikindustrie unserer Generation. Vom Schweizer Platinproduzenten OZ, einem frühen Unterstützer von 6 PM, über deutsche Rapper wie Yung Hurn oder Reezy bis hin zu internationalen Berühmtheiten wie Lil Baby oder DJ Khaled - die Hip-Hop-Welt liebt 6 PM genauso wie die Jugend in Deutschland.

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Wir haben uns mit Achraf zusammengesetzt, um über die Anfänge von 6 PM, die Bedeutung der Gemeinschaft und die Rolle, die ein Drake-Song für den Erfolg der Marke gespielt hat, zu sprechen.

Kannst du bitte dich und 6PM für die Leute, die dich noch nicht kennen, einmal kurz vorstellen?

Hi, ich bin Achraf. Ich bin 26 Jahre alt. Meine Eltern kommen aus Casablanca in Marokko. Geboren und aufgewachsen bin ich in Frankfurt am Main, wo ich auch heute wohne. Hier in Frankfurt entstand dann auch 6 PM. Angefangen mit der Brand habe ich während meines Studiums. Da war ich dann voll in der Vorbereitungsphase für die Brand, habe also mich viel mit der Gründung beschäftigt. So eine Brand gründet man ja auch nicht über Nacht. Als 6PM dann lief, habe ich mein Studium abgebrochen und mich voll und ganz auf die Marke konzentriert.

Was hat dich dazu bewegt, deinen eigenen Brand zu gründen?

Als ich das erste Mal mit dem Gedanken gespielt habe, war ich noch ziemlich jung, so 19, 20. Da denkst du natürlich nicht primär daran eine Brand zu gründen, die dann super erfolgreich wird. Das war zu dem Zeitpunkt – vor etwa sechs, sieben Jahren – nie die Intention. Für mich war das einfach nur Passion. Ich hatte es schon immer geliebt, Kleidung selber zu kaufen und zu stylen. Als alle noch von ihren Eltern angezogen wurden, wollte ich das auf keinen Fall und habe mir schon immer selbst ausgesucht, was ich trage. Und dann kam ich irgendwann an den Punkt, wo ich mir dachte, wie cool es wäre, meinen eigenen Hoodie zu tragen. Zu Beginn ging es wirklich lediglich darum, dass ich meine eigenen Pieces tragen wollte. Ich hatte keine Ahnung, was eigentlich alles dahinter steckt eine Brand zu gründen und welche Ausmaße das Ganze annehmen würde.

Wer oder was hat dich am Anfang besonders inspiriert?

Ganz am Anfang, wenn wir wirklich über die Zeit so um 2016 rum sprechen, hat mich klar YEEZY inspiriert. Wenn man sich meine erste Kollektion ansieht, ist da auch noch überhaupt kein Branding drauf.

Woher kommt der Name 6 PM?

Damals habe ich immer Captions aus Songtexten für meine Instagram Posts gesucht. Ich wollte einen Namen, den sich alle merken können und man sofort weiss was es bedeutet. Dann noch einen Namen zu finden, für den das Instagram Handle noch frei ist, war gar nicht so einfach. Beim Durchsuchen meiner Playlist habe ich dann Drake's Song 6PM in New York gefunden. So kam der Name.

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Wenn du auf die Reise von den ersten Ideen bis heute zurückschaust, was waren für dich persönlich wichtige Meilensteine?

Ganz klar der frühe Kontakt zu OZ, der uns von Anfang an supportet hat. Durchs zocken hat sich da mit ihm eine gute Freundschaft entwickelt, bis wir irgendwann gesagt haben, wir machen was zusammen. Dann 2019, als der erste Investor ins Boot kam, sodass ich nicht immer links und rechst schauen musste, wo ich mir Geld leihen kann für die Produktion. Das hat mir sehr geholfen, mich mehr auf das Kreative zu konzentrieren. Im selben Jahr kam dann auch unsere erste Trackpants. Ich habe damals eine baggy Nylon Hose gesucht. Um die Hose möglichst variabel für alle Stylings zu machen, haben wir sie mit Klett verstellbar gemacht. Das hat uns einen ordentlichen Hype gegeben und wir sind mit der gesamten Kollektion das erste Mal sold out gegangen – nach fünf Minuten. Ein weiterer wichtiger Punkt war der Deal mit About You, der aus der One Man Show ein Unternehmen mit dem richtigen Team und den richtigen Strukturen gemacht hat.

Was macht 6 PM in deinen Augen einzigartig und wie erklärst du dir den Erfolg?

6 PM steht super nah an der Community, sei es im Austausch oder auch einfach die allgemeine Kundenzufriedenheit. Ich glaube im Bereich Streetwear gibt es kaum eine familiärere Brand.

Du bist als Gründer ja auch eine Art Identifikationsfigur für eure Kunden. Inwieweit bist du noch in die kreativen Prozesse eingebunden? Was sind aktuell so deine Aufgaben bei 6 PM?

Der kreative Prozess rund um die Kollektionen läuft alles unter meiner Hand. Ich bin eigentlich in allen Prozessen von Kampagnen, über das Lager und die Supply Chain noch überall eingebunden. Alle aus dem Team stehen immer in engem Kontakt mit mir.

Kommen wir nochmal auf die Community zurück. Wie wichtig ist die Community fuer 6 PM und dich persönlich?

Die Community ist überlebenswichtig. Die Fans sind ein fester Bestandteil dieser Brand. Ich würde sagen, nach mir ist das vielleicht der wichtigste Posten. Besonders bei unseren Pop-Ups konnte man sehen, wie auch die Community untereinander miteinander connected und sich Leute mit gleichen Interessen treffen konnten. Das war sehr schön zu sehen, dass die Leute sich dort austauschen konnten und sich Freundschaften gefunden haben.

Zum Teil der Community gehören ja auch einige Musiker, wie zum Beispiel Lil Baby. Welche Einflüsse hat Musik auf den Designprozess?

Musik ist superwichtig für mich und die Brand. Die Designs sind ja auch sehr Rap/ Hip-Hop lastig. Und wo ganz am Anfang die ersten großen Künstler meine Sachen getragen haben, war das ein echt krasses Gefühl. Mittlerweile sind viele auch Freunde geworden.

Was steht als Nächstes an. Wo geht die Reise fuer 6 PM hin?

Wir wollen auf jeden Fall für Deutschland so einen Impact haben, wie zum Beispiel Stussy oder Palace. Das passiert natürlich nicht von heute auf morgen, aber wir streben das Ziel an und sind zuversichtlich, dass wir das schaffen können.

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